Gyergyóremete

Diese Siedlung in Szeklerland ist seit 2001 die Partnerstadt von Biatorbágy. Das Gyergyói-Becken, in dem auch die Siedlung Gyergyóremete zu finden ist, ist das nördlichste und höchste der größeren Becken von Szeklerland und hat die kältesten Winter (Durchschnittstemperatur im Januar: -6 °C, nicht selten kommt es vor, dass die Kälte –35 °C erreicht). In der meteorologischen Station Gyergyóalfalu passierte es öfters, dass Kälterekord in Rumänien gemessen wurde. Hinsichtlich der Entstehung ist es ein Quellenbecken des Flusses Maros, das durch die vulkanischen Gebirgsketten von Hochgebirgen Hargita-Görgényi und Kelemen begrenzt ist.

Gyergyóremete gehört zu den größeren Gyergyó – Siedlungen. Der Name wurde zuerst 1567 schriftlich erwähnt. Diese Siedlung war eine bekannte Stelle der Flößerei, wo die Flößen gestartet wurden. Sie ist mit Ditro am rechten Ufer von Maros zusammengewachsen, zu welcher Siedlung sie bis zum Jahre 1726 auch kirchlich gehörte, bevor die Kirche von Gyergyóremete das Pfarreirecht erhielt. 1567 wurden 6 Pforten registriert, 1614 lebten 26 Familien, 1720 – ca. ein Jahrhundert später – 117 Familien hier. Die Siedlung hatte 1900 5105, 1930 6796, 1941 7300 Einwohner. Die ständige Ab- und Auswanderung erreichte dann das größte Maß. In den 90er Jahren stagniert die Bevölkerungszahl gegen 6500. Das Gebiet von Gyergyóremete beträgt 9499 ha, es liegt 725–730 m über dem Meeresspiegel, der höchste Punkt – Keresztkő –befand sich auf 1517 Metern. Die römisch-katholische Kirche der Siedlung wurde am Ende des 18. Jahrhunderts im Barockstil gebaut und zu Ehren des Bischofs Sankt Leonard geweiht. In den 1940er Jahren wurden Kirchen in Csutakfalva (Árpádházi Szent Margit) und in Kicsibükk (Szent István) gebaut. Im südlichen Teil des Dorfes, am rechten Ufer des Flusses Maros befindet sich ein Sauerwasserbad, dessen Wasser Kalzium, Magnesium, Eisen und ein wenig Schwefelwasserstoff enthält und selbstverständlich auch Kohlensäure (= Sauerwasser). Das Wasser wird für Trinkkuren und als Wannenbad verwendet. Industriedenkmäler: die 1725 gebaute Walkmühle entlang des Bachs Eszenyő sowie eine „Wassersäge“. Unter den ungünstigen Verhältnissen boten nur die mit fleißiger, kampfreicher und kluger Arbeit ausgeführte Rindviehhaltung sowie Holzeinschlag und –Verarbeitung eine Unterhaltsmöglichkeit. Dazu kamen zu einer Zeit der Sauerwasserhandel und die Schäferei, sowie heutzutage die Kartoffelzucht und die Gemüse-Gärtnerei. Die Siedlung verfügt über keine größeren Industrieeinheiten, die traditionelle Rindviehhaltung wird in der – in den 50er Jahren gebauten und auch heute funktionierenden – Milchpulverfabrik ausgenützt. Über die Schule der Siedlung stehen die frühsten Angaben aus dem Jahre 1763 zur Verfügung, in den Jahren 1962 – 1972 funktionierte hier auch eine Mittelschule. Im Laufe seiner Sammeltour im Komitat Csík sammelte Zoltán Kodály auch in Gyergyóremete viele Lieder. Die Sammlung wurde auch von anderen Menschen fortgesetzt, auch in Torbágy konnten sogar einige „neue“ Volkslieder oder ihre Varianten unter den Eingesiedelten aufgezeichnet werden. Von den berühmten Söhnen der Siedlung übten Jenő Balázs, eine bekannte Figur der Bauxitforschung und Aluminiumindustrie sowie Tibor Cseres, der in der jüngsten Vergangenheit verstorbene Schriftsteller ihre kreative Tätigkeit in Ungarn aus. Doch sollten hier auch die legendären Handlungen des riesenstarken, aber auch klugen und listigen Bärenjägers Imre Bernád im Laufe des Freiheitskampfs zwischen 1848–49 bzw. die von János Balás, der gleichfalls für seine Stärke und seinen Mute berühmt war, erwähnt werden.

Weitere Informationen über Gyergyóremete: www.gyergyoremete.ro